| Ausstellungen | Konzept | Künstler | Presse | Kontakt |
![]() |
|
zu Gast bei Brigitte Krieger Künstlerinnen und Künstler brauchen Öffentlichkeit, sie brauchen ein angemessenes Forum für die Präsentation ihrer Ideen und Arbeiten. Wer nicht ausstellt, wird nicht wahrgenommen, und wer nicht kontinuierlich ausstellt, wird schnell wieder vergessen. Nur wenige haben das Glück, schon früh vom professionellen Kunstbetrieb entdeckt und von den etablierten Kunstvereinen und Museen präsentiert und durch Galerien vermarktet zu werden. Die, die nicht dazugehören - und das ist die Regel - müssen Strategien entwickeln, müssen selbst Wege suchen, um ihre Arbeiten einem Publikum vorstellen zu können. Im kritischen Dialog mit der Öffentlichkeit kann künstlerische Arbeit sich entwickeln, und hier können die Kontakte geknüpft werden, die ein tragfähiges Netz für die weitere Arbeit bilden. Hinter der Initiative
kunst (off) raum essen stehen sieben junge Künstlerinnen und Künstler,
die mit einem ungewöhnlichen Ausstellungskonzept auf sich aufmerksam
machen. Sie "beziehen" in Absprache mit den Hausbesitzern im
Stadtraum kurzfristig leerstehende bzw. nicht vermietete Räume (Ladenlokale,
Wohnungen, aber auch Büroräume, Lager- oder Fabrikräume),
um in diesen künstlerisch zu intervenieren. Gemeinsam suchen sie
die Herausforderung, um an kunstfremden Orten auf die jeweiligen Besonderheiten
der Räume einzugehen, sie künstlerisch zu bespielen, und sie
dadurch zu Orten der Kunst werden zu lassen. Dabei handelt es sich um
Räume, bei denen temporär die Grenze zwischen Privatraum und
Öffentlichkeit nicht durch die Nutzung gezogen ist. Sie befinden
sich gleichsam in einem Schwebezustand zwischen architektonischer Hülle
und ihrer eigentlichen Bestimmung. Vergleichbare Kooperationen zwischen Künstlern und Immobilienbesitzern finden bereits sehr erfolgreich z. B. in Berlin, Hamburg, München und Mannheim statt. Denn nicht nur die Künstler profitieren davon. Dort haben die Hausbesitzer schnell erkannt, dass Leerstände tote Räume sind. Die Ausstellungen sorgen für eine breite Öffentlichkeit, in der sich auch die Immobilie attraktiv werbend darstellt. Den Künstlerinnen und Künstlern von kunst (off) raum essen kann man nur wünschen, dass sie neben einer kulturell interessierten Öffentlichkeit auch die tatkräftige Unterstützung durch aufgeschlossene Raumgeber für ihr ambitioniertes Ausstellungskonzept finden. Milo Köpp 2008 |